Checkliste: In 8 Schritten zur barrierefreien Website

Up-to-Date: 06.07.2026

SEO-Tauschgeschaeft

Für dich, zum Mitnehmen

Du lernst, wie du deine Website wirklich barrierefrei machen kannst und welche Maßnahmen pure Zeitverschwendung sind.

Hinter der Tastatur

Lisa Augustin. Softwareentwicklerin, WordPress-Fangirl und jemand, die das BFGS (Gesetz) freiwillig durchgelesen hat.

Planung Selbststaendige

Hier bist du richtig, wenn…

du deine Website barrierefrei machen willst, aber überhaupt nicht weißt, wo du eigentlich Anfangen sollst und welche Maßnahmen wichtig sind.

Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das 2025 in Kraft tritt, wird die Barrierefreiheit im digitalen Raum in Deutschland verbindlich geregelt. Das Gesetz verpflichtet viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen dazu, ihre digitalen Angebote so zu gestalten, dass sie von allen Menschen, unabhängig von ihren individuellen Einschränkungen, genutzt werden können. Konkret heißt das die Verpflichtung zur Einhaltung der WCAG 2.1 Richtlinien der Stufe AA. Doch nicht nur aus rechtlichen Gründen ist es wichtig, barrierefreie Websites zu erstellen – es verbessert auch die Nutzerfreundlichkeit und das Nutzererlebnis für alle.

Diese Checkliste hilft dir dabei, die wichtigsten Aspekte der Barrierefreiheit zu berücksichtigen und umzusetzen.

Disclaimer: Diese Checkliste wurde nicht von einem Anwalt überprüft und stellt keine rechtliche Beratung dar. Für spezifische rechtliche Fragen oder Anforderungen sollten Sie einen Rechtsanwalt konsultieren.

Verpflichtende Maßnahmen laut BFSG

  • Regelmäßige Überprüfung: Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sind verpflichtet, ihre digitalen Angebote regelmäßig auf Barrierefreiheit zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Die folgende Checkliste kann dabei helfen.
  • Dokumentation und Nachweis: Es muss dokumentiert werden, welche Maßnahmen zur Barrierefreiheit ergriffen wurden und wie die Barrierefreiheit gewährleistet wird.
  • Bereitstellung von Erklärungen: Es müssen Erklärungen zur Barrierefreiheit bereitgestellt werden, die für die Nutzer leicht zugänglich und verständlich sind.
  • Feedbackmechanismen: Es müssen Mechanismen bereitgestellt werden, über die Nutzer Barrieren melden und Feedback geben können.

Nutze automatisierte und manuelle Tests zur Überprüfung der Barrierefreiheit deiner Website. Du kannst zum Beispiel einen Screenreader nutzen und verschiedene körperliche Einschränkungen simulieren, um die Website ausgiebig zu testen.

Schritt 2: Inhalte strukturieren

  • Listen und Absätze: Nutze Listen und Absätze zur besseren Lesbarkeit und Strukturierung.
  • Semantische HTML-Elemente: Setze semantische HTML-Elemente wie <header>, <nav>, <main>, und <footer> ein.
  • Überschriften-Hierarchie: Verwende eine logische Struktur der Überschriften mit H1, H2, H3 usw. für eine klare Gliederung.
H Überschriftenstruktur für saubere Websites
Laptop mit Glühbirne
Lisa’s Tool Tipp
Mit dem kostenlosen Chrome-Plug-in „SEO Meta in 1 Click“ kannst du dir mit einem Klick die Überschriftenhierarchie einer Webseite anzeigen lassen.

Schritt 3: Verständlichkeit prüfen

  • Textkontrast: Stelle sicher, dass der Text genügend Kontrast zum Hintergrund aufweist (mindestens 4.5:1 für normalen Text).
  • Schriftgröße und -art: Verwende gut lesbare Schriftarten und -größen. Die Mindestschriftgröße sollte 16px betragen.
  • Zeilenabstand und Absatzlänge: Achte auf ausreichenden Zeilenabstand und vermeide zu lange Absätze.
  • Lesbarkeit der Inhalte: Texte müssen klar und verständlich geschrieben sein. Technische oder spezifische Fachbegriffe sollten erklärt werden.
  • Einfache Sprache: Verwende kurze und prägnante Sätze, um die Lesbarkeit zu verbessern.
  • Bekannte Wörter: Nutze einfache und gebräuchliche Wörter und vermeide Fachjargon und komplizierte Ausdrücke.

Tipp: Lasse die Texte von Personen außerhalb der Zielgruppe auf Verständlichkeit prüfen und hole Feedback ein, um die Inhalte noch besser zu machen. Ich schicke meine Texte gerne an Freunde und Familienmitglieder, die sich nicht mit dem Thema auskennen.

Schritt 4: Bedienbarkeit optimieren

  • Tastaturzugänglichkeit: Alle Funktionen der Website müssen über eine Tastatur bedienbar sein, ohne dass zeitabhängige Auslöser benötigt werden.
  • Navigationshilfen: Die Navigation auf der Website muss verständlich und übersichtlich gestaltet sein, z. B. durch konsistente Navigationselemente und klare Struktur.
  • Breadcrumbs oder Inhaltsverzeichnisse: Können für eine bessere Orientierung sorgen.
  • Genügend Zeit: Nutzer müssen genügend Zeit haben, um Inhalte zu lesen und zu verwenden. Automatisch ablaufende Inhalte sollten pausiert oder gestoppt werden können.

Schritt 5: Formulare und interaktive Elemente anpassen

  • Beschriftungen und Anweisungen: Alle Formularelemente sollten klar beschriftet und mit verständlichen Anweisungen, sowie Hilfestellungen versehen sein.
  • Vorhersehbare Bedienung: Websites müssen so gestaltet sein, dass ihre Bedienung vorhersehbar ist, z. B. sollten Navigationselemente immer an der gleichen Stelle bleiben.
  • Fehlermeldungen: Gebe klare und hilfreiche Fehlermeldungen aus, wenn Nutzereingaben nicht korrekt sind.
  • Tab-Reihenfolge: Achte darauf, dass die Tab-Reihenfolge logisch und intuitiv ist.
  • Eingabehilfen und alternative Eingabemethoden: Unterstütze verschiedene Eingabemethoden wie Spracheingabe, Touchscreens und alternative Tastaturen.

Schritt 6: Multimediale Inhalte optimieren

  • Audiodeskriptionen: Biete für Videos Audiodeskriptionen an, die visuelle Informationen verbalisieren.
  • Stopp- und Pausentasten: Multimediale Inhalte sollten immer Stopp- und Pausentasten enthalten.
  • Anpassbare Benachrichtigungen: Biete sowohl visuelle als auch auditive Benachrichtigungen an, damit Nutzer unabhängig von ihrer bevorzugten Wahrnehmungsmethode informiert werden.

Schritt 7: Mobile Barrierefreiheit testen

  • Responsive Design: Deine Website sollte auf allen Geräten und Bildschirmgrößen zuverlässig funktionieren.
  • Touch-Bedienung: Achte darauf, dass alle interaktiven Elemente auch mit Touch-Gesten bedienbar sind.

Schritt 8: Robustheit der Inhalte prüfen

  • Kompatibilität mit verschiedenen Technologien: Inhalte müssen so robust gestaltet sein, dass sie zuverlässig von einer Vielzahl an Benutzeragenten, einschließlich assistiver Technologien, interpretiert werden können.
  • Vermeidung von Fehlern: Websites sollten so gestaltet sein, dass Benutzer möglichst keine Fehler machen, und wenn Fehler auftreten, müssen diese leicht korrigiert werden können.

Sind diese Maßnahmen neu für Websitebetreiber?

Nein, solche Maßnahmen sollten Webseitenbetreibern nicht neu sein. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind internationale Richtlinien, die von der Web Accessibility Initiative (WAI) des World Wide Web Consortiums (W3C) bereits 1999 veröffentlicht wurden, um die Barrierefreiheit von Webinhalten zu verbessern. Diese Richtlinien sind von zentraler Bedeutung für das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) in Deutschland, da sie die Basis für die technischen Anforderungen an barrierefreie digitale Inhalte bilden.

Das BFSG erweitert die Anforderungen an Barrierefreiheit, die bisher hauptsächlich durch die BITV 2.0 in Deutschland geregelt wurden. Während die BITV 2.0 sich primär auf öffentliche Stellen konzentriert, dehnt das BFSG diese Verpflichtungen auch auf private Unternehmen aus, die digitale Produkte und Dienstleistungen anbieten. Grundsätzlich sind viele der Maßnahmen also nicht neu – sondern nur neu verpflichtend für eine breitere Masse an Websites.

All diese Maßnahmen und Richtlinien dienen nicht nur zur Barrierefreiheit, sondern auch zur Nutzerfreundlichkeit. Denn kein Mensch ist perfekt – jeder bringt irgendeine Einschränkung mit sich. Das muss nicht immer eine körperliche Behinderung sein. Auch schon der Lärm am Bahnhof kann eine Barriere darstellen, wenn das Video nur Ton und keine Untertitel hat.

Lisa augustin seo expertin

Hi, ich bin lisa

Natürlich kannst du dir SEO-Wissen auch über YouTube, Blogartikel oder Kurse zusammensuchen. Kann man machen. Dauert nur manchmal länger als nötig und endet gern mit 17 offenen Tabs und noch mehr Fragezeichen. Und dann muss man das alles noch ausprobieren und rausfinden, was wirklich funktioniert.

In der SEO-Beratung geht es um deine konkreten Fragen, deine Website, dein Projekt oder deinen Workflow. Ich schaue mit dir drauf, ordne ein, erkläre und sage dir ehrlich, was ich sinnvoll finde – und was eher nach SEO-Beschäftigungstherapie klingt.

Seit 2016 beschäftige ich mich mit SEO und bringe zusätzlich meinen Blick als Softwareentwicklerin mit. Das hilft ziemlich oft, wenn SEO plötzlich technisch wird oder eine Website mal wieder macht, was sie will.

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